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Angreifer setzen auf KI, AV-Comparatives testet die Verteidigung im EPR Test 2026

Mitarbeiter blickt auf einen Monitor mit Cybersicherheits-Dashboard: Kennzahlen oben, eine Angriffskette mit zwei blockierten Schritten in der Mitte, darunter ein Kreisdiagramm, ein Zeitverlaufs-Chart und Balkendiagramme in Blau und Orange.

AV-Comparatives EPR Test 2026

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11 von 14 Produkten bestehen den EPR Test 2026: KI-gestützte Angriffe, drei Prüfphasen und der Blick auf operative Kosten im Unternehmensalltag

INNSBRUCK, AUSTRIA, September 15, 2026 /EINPresswire.com/ -- Im September 2025 deckte Anthropic auf, dass eine staatlich unterstützte Gruppe das eigene KI-Modell Claude Code genutzt hat, um bis zu 90 Prozent einer mehrstufigen Spionagekampagne gegen rund 30 Organisationen zu automatisieren. Unter den Zielen befanden sich mehrere Regierungsbehörden. Unabhängige Studien zu Sicherheitsvorfällen beziffern die durchschnittliche Lebensdauer eines Unternehmens-Breaches, vom Eindringen bis zur vollständigen Eindämmung, auf rund 241 Tage. Solche Meldungen häufen sich. Der Endpoint Prevention and Response (EPR) Test von AV-Comparatives, mittlerweile im siebten Jahr, ist eine etablierte Referenz im Enterprise-Segment, die sich gemeinsam mit Angreifern und Verteidigern weiterentwickelt. Die diesjährigen Tests begannen im Mai 2026 und prüften 14 führende Enterprise-Sicherheitsprodukte anhand von 50 mehrstufigen Angriffsszenarien, aufgeteilt in drei aufeinanderfolgende Phasen, von denen mehrere mit KI-gestützten Entwicklungsmethoden aufgebaut wurden.

Kurz zusammengefasst:
• 11 von 14 getesteten Produkten erreichten den Status Certified Leader, die höchste Auszeichnung von AV-Comparatives.
• Seit Einführung des EPR Tests ist die Zertifizierungsschwelle von 90 Prozent auf 92 Prozent gestiegen.
• Alle 11 Certified Leader zeigten starken, verlässlichen Schutz und bestanden damit den bislang härtesten EPR-Test.
• Neben der reinen Schutzleistung bewertet der Test differenziert, wie viel operativen Mehraufwand ein Produkt im Unternehmensalltag tatsächlich verursacht.

Die drei Phasen eines Angriffs
Anders als ein klassischer Malware-Scan bildet der EPR Test die vollständige Angriffskette ab, so wie sie ein echter Angreifer durchlaufen würde, aufgeteilt in drei aufeinanderfolgende Phasen:

Phase 1, Endpoint Compromise & Foothold: Der Angreifer verschafft sich Erstzugang, etwa über eine Phishing-Mail oder eine ausgenutzte Schwachstelle, und richtet sich auf dem betroffenen Endgerät dauerhaft ein.

Phase 2, Internal Propagation: Von diesem ersten Fuß in der Tür aus bewegt sich der Angreifer seitlich durchs Netzwerk, weitet seine Rechte aus und sucht nach wertvollen Zielen. Genau dieses Verhalten bleibt laut aktuellen Breach-Berichten oft wochen- oder monatelang unentdeckt.

Phase 3, Asset Breach: Am Ende steht der eigentliche Schaden: der Zugriff auf sensible Daten oder kritische Systeme und deren Diebstahl oder Verschlüsselung.

In jeder dieser drei Phasen misst AV-Comparatives getrennt, ob ein Produkt den Angriff automatisch gestoppt hat (Active Response) oder ihn zumindest erkannt und gemeldet hat (Passive Response). Ein Produkt muss also nicht nur am Ende, sondern in jeder einzelnen Phase der Angriffskette bestehen, um als Certified Leader eingestuft zu werden.

Was bedeuten „Operational Costs“?
Reine Erkennungsraten sagen wenig darüber aus, wie sich ein Sicherheitsprodukt im Arbeitsalltag eines Unternehmens tatsächlich verhält. Deshalb modelliert AV-Comparatives für jedes getestete Produkt zusätzlich einen standardisierten operativen Kostenfaktor über einen Zeitraum von fünf Jahren, bezogen auf eine Referenzumgebung von 5.000 Endpunkten. Eingerechnet werden vor allem False Positives, also fälschlich als bösartig eingestufte, tatsächlich harmlose Aktivitäten, sowie Verzögerungen in Arbeitsabläufen, etwa wenn IT-Teams Alarme manuell prüfen oder blockierte, aber eigentlich legitime Prozesse wieder freigeben müssen. Dieser Wert ist ausdrücklich kein Preis und keine Kaufempfehlung, sondern ein standardisierter Vergleichsfaktor. Er macht sichtbar, dass auch ein Produkt mit exzellenter reiner Schutzleistung im Alltag trotzdem hohen Mehraufwand verursachen kann, wenn es IT-Teams mit Fehlalarmen überhäuft.

Welche Hersteller erreichten den Status Certified Leader?
Bitdefender, Broadcom, Check Point, Elastic, ESET, Fortinet, G Data, Palo Alto Networks, TrendAI, VIPRE und WithSecure erreichten alle die kombinierte Schwelle von 92 Prozent über alle drei Phasen hinweg. Die drei Produkte, die die Schwelle nicht erreichten, werden gemäß der Methodik von AV-Comparatives nicht einzeln genannt.

„Angreifer holen auf, was Verteidiger zum Glück schon viel länger nutzen“, sagt Andreas Clementi, CEO von AV-Comparatives. „Maschinelles Lernen prägt den Endpoint-Schutz seit rund zwei Jahrzehnten, lange vor der aktuellen KI-Welle. Genau das spiegelt unser EPR Test wider: Wir haben die diesjährigen Angriffswerkzeuge mit KI-gestützten Verfahren entwickelt, prüfen jede der drei Angriffsphasen einzeln und schauen uns bewusst auch den operativen Aufwand an, den ein Produkt im Alltag verursacht. Alle 11 Certified Leader zeigen, dass zuverlässiger, alltagstauglicher Schutz gegen Angriffe mit KI-basiertem Werkzeug bereits heute existiert.“
Basiert der Test auf einem etablierten Framework? Ja. Die Kriterien zum Bestehen sind zwar eine eigene Methodik von AV-Comparatives, die zugrunde liegenden Angriffsszenarien folgen jedoch der MITRE ATT&CK Matrix for Enterprise.
Warum werden keine Rangfolgen oder Prozentwerte einzelner Hersteller genannt? Certified Leader ist ein Gütesiegel, keine Rangliste. Kleine Unterschiede zwischen den elf zertifizierten Produkten sind im Arbeitsalltag meist nicht spürbar und sollen nicht überinterpretiert werden.
Was passiert mit den drei nicht zertifizierten Produkten? Sie werden gemäß der Methodik von AV-Comparatives nicht einzeln genannt. Für Unternehmen und Marktbeobachter ist die Zertifizierung selbst die relevante Information, nicht die genaue Platzierung.
Der vollständige Report, inklusive CyberRisk Quadrant und Detailergebnissen je Produkt, ist verfügbar unter
https://av-comparatives.org/endpoint-prevention-response-epr-test-2026/

Thomas Uhlemann
AV-Comparatives GmbH
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